„Sie wollen mich doch wohl nicht umbringen“

Im Oktober 2010 findet im Berliner Paul-Löbe-Haus eine interessante Veranstaltung statt: SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier veranstaltet eine Gesprächsreihe unter dem Titel „Fraktion kontrovers“ und hat dieses Mal den damaligen Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, und den ehemaligen Finanzminister Peer Steinbrück eingeladen. Thema ist – na klar – die Finanzkrise.

Es ist eine Steinmeier-Veranstaltung, aber es wird schnell zu einer Steinbrück-Show. Während Steinmeier lange Satzgirlanden von Karteikarten vorliest, mit der Dynamik einer Weinbergschnecke, haut Steinbrück einen kurzen, knackigen Satz nach dem anderen raus, zofft sich zwischendrin lustvoll mit Ackermann über Gründe und Lösungsstrategien für die Finanzkrise – und kommt beim Publikum prima an. „Ich wünsche mir sehr, dass sie wieder eine wichtige Rolle in der Politik einnehmen“, sagt eine Zuschauerin. „Sie wollen mich doch wohl nicht umbringen“, antwortet Steinbrück.

Schon damals ist zu erkennen, dass da eine ganze Menge Koketterie mitschwingt.

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