Das Märchen von der Dortmunder Geduld mit Klopp

Es gibt eine Legende, die sich hartnäckig hält im deutschen Fußball. Sie wird vor allem von Fußballtrainern am Leben gehalten, die nicht so erfolgreich sind, wie es ihr Klub und dessen Fans gerne hätten. Derzeit aber höre und lese ich sie auch immer wieder von Schalke-Fans. Das Muster ist überall gleich: Wann immer ein Trainer in Schwierigkeiten gerät, insbesondere zu Beginn seiner Amtszeit, erfolgt der Verweis auf Jürgen Klopp. Mit dem, so geht die Geschichte dann weiter, hatte Borussia Dortmund doch auch zwei Jahre Geduld, als er 2008 aus Mainz kam. Und diese Geduld wurde später mit zwei Meistertiteln, dem DFB-Pokalsieg und dem Einzug ins Champions-League-Finale belohnt. Klopp, der von seinem Klub genügend Zeit dafür bekam, führte die Borussen zurück an die deutsche und europäische Spitze. Es ist eine wirklich schöne Geschichte. Sie hat nur den Nachteil, dass sie einer genaueren Betrachtung kaum standhält. „Das Märchen von der Dortmunder Geduld mit Klopp“ weiterlesen

Anfield – Der Mythos lebt

Hans-Joachim Watzke hatte vor dem Abflug nach Liverpool noch abgewiegelt, als ihn jemand nach dem Mythos Anfield fragte: „Wie so viele Mythen muss man auch den relativieren“, hatte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund gesagt. So laut, so stimmungsvoll sei es gar nicht im legendären Stadion des FC Liverpool. Vor 20 Jahren, so habe er gehört, sei das ganz anders gewesen.

Zumindest für diesen einen Abend, für das Europa-League-Duell zwischen Liverpool und dem BVB, war das eine kolossale Fehleinschätzung. „Anfield – Der Mythos lebt“ weiterlesen

Sinsheimer Staugeschichten

BVB und TSG Hoffenheim vor dem Anpfiff

Das Wetter war nasskalt, es regnete, die Wischerblätter funktionierten nicht ordentlich und auf der A5 fuhren wir von einem Stau in den nächsten. Kurz: Der Kollege B. und ich hatten richtig viel Spaß auf dem Weg zum Bundesligaspiel von Borussia Dortmund bei der TSG 1899 Hoffenheim. Um 14.45 Uhr hatten wir uns in Hagen auf den Weg gemacht, da zeigte das Navi noch 17.17 Uhr als Ankunftszeit an. Um 18.38 Uhr waren wir dann tatsächlich da.

Das Spiel entschädigte nicht wirklich für die Anfahrt, gerade in Halbzeit eins war es ein mieser Kick. Dem BVB fehlte weitgehend die Struktur im Angriffsspiel. In Halbzeit zwei wurde es besser, aber immer noch nicht überragend. Immerhin hat man im Stadion der Hoffenheimer Plätze, die relativ nah dran sind am Geschehen. Und so konnten wir aus hervorragender Perspektive beobachten, wie sich TSG-Trainer Markus Gisdol gegenüber dem Schiedsrichter-Assistenten eindrucksvoll um den Titel „Wüterich der Woche“ bewarb, wie Henrikh Mkhitaryan dem BVB-Spiel nach der Pause deutlich mehr Struktur gab und wie sich Mats Hummels nach Abpfiff nicht weniger eruptiv ärgerte als vorher Gisdol.

Den BVB-Spielern war nach diesem Auftritt die Lust aufs Sprechen vergangen, erst kam nur Roman Bürki, kurz vor 23 Uhr kam noch Marcel Schmelzer. Als wir uns kurze Zeit später auf den Rückweg in die Heimat machten, war immer noch Stau rund ums Stadion. Es dauerte, bis wir freie Fahrt hatten, um kurz nach 2 Uhr waren wir in Hagen, um 2.50 Uhr hatte ich den Dienstwagen in Essen abgeliefert und um 3.15 Uhr war ich endlich zu Hause. Muss man auch nicht ständig haben, solche Fahrten.

Bundesliga-Start – oder: Der Wahnsinn geht wieder los

Sonntagmorgens nach Chemnitz heizen, Sonntagabend wieder zurück. Zwei Wochen später die gleiche Übung, nur noch weiter – bis Ingolstadt. Frei Wochenenden nur noch vom Hörensagen kennen und nach einem halben Jahr überrascht feststellen, wie groß die Tochter schon wieder geworden ist. An Trainingsgeländen und in Stadionkatakomben herumlungern, endlöse Stunden in Zügen und auf der Autobahn verbringen – und dabei einen der besten Jobs der Welt haben. Kurz gesagt: Die Fußball-Saison hat endlich begonnen – bei mir wie immer von dem Vorsatz begleitet, an dieser Stelle mehr vom Drumherum zu erzählen, kurz: diesen Blog mehr zu pflegen. „Bundesliga-Start – oder: Der Wahnsinn geht wieder los“ weiterlesen

Des Kickers Bärendienst

Die Frage ist schon seltsam, die Antwort erst recht:

Wenn man ihre Werbepartner adidas, Coca-Cola, Allianz und Sony sieht, sind sie schon ein Topstar. Wofür möchten Sie als Werbepartner stehen?

Manuel Neuer: Ich wähle Partner, hinter denen ich auch stehe. Es muss zu mir passen. Allianz zum Beispiel steht für Rückhalt, wie ich als Torwart auch. Coke zero steht für das Zu-null, das ich immer schaffen will; Sony für die Schärfe des Bildes, die ich auch benötige. Außerdem sollten solche Partnerschaften langfristig laufen.

Häh?!? Abgesehen davon, dass mich die Erklärung zu Nutella jetzt wirklich interessiert hätte: Der Kicker, der damals die Berichterstattung zu Thomas Hitzlsperbergers Homosexualität – mit der Begründung „Das Privatleben der Spieler interessiert uns nicht“ – verweigerte, fragt nach Neuers Werbepartnern?

Für solche Fragen gibt es zwei mögliche Gründe und beide sind nicht schön. „Des Kickers Bärendienst“ weiterlesen

Dit war Berlin (und der BVB)

Berlin. Drei schöne Tage. Drei intensive Tage. Drei Tage, an denen man als Online-Journalist ständig „auf Sendung“ ist, ständig guckt, ob man nicht irgend etwas verwerten kann für den Live-Ticker, für einen netten Tweet oder für einen sonstigen Text. Da mir immer wieder vorgehalten wird, dass ich mir da doch nur ein nettes langes Wochenende gemacht habe, kommt hier mein Schaffensnachweis zu drei Tagen rund ums DFB-Pokalfinale. „Dit war Berlin (und der BVB)“ weiterlesen

Berlin, Berlin, ich fahre (wieder) mit dem BVB nach Berlin

Zum zweiten Mal in zwei Jahren geht es am kommenden Wochenende für Borussia Dortmund zum Pokalfinale in Berlin – und wie 2014 bin ich auch dieses Mal für WAZ.de dabei. Legt man das letzte Mal zugrunde, wird es ein sehr anstrengendes Wochenende.

Am Freitagmorgen geht es um 11 Uhr für den BVB und damit auch für mich im Flieger von Dortmund nach Berlin. Dort steht um 14 Uhr die Pressekonferenz mit den Trainern und Mannschaftskapitänen an, danach geht es für mich dann in die Stadt und vor allem zum Breitscheidplatz, ein bisschen Atmosphäre aufsaugen. Wir werden das ganze Wochenende über aus Berlin tickern, dazu werde ich eine Menge beitragen – und außerdem natürlich den einen oder anderen Text schreiben, Fotos machen und eventuell ein paar Videos drehen.

Samstag: Fans, Fußball und BVB-Feier

Auch am Samstag beobachte ich primär die Stimmung in der Stadt – bis dann um 20 Uhr endlich Fußball gespielt wird. Unabhängig vom Ergebnis geht es dann zur BVB-Feier ins Kraftwerk, wo entweder der Sieg gefeiert oder versucht wird, die Niederlage zu verarbeiten – und wo ich wohl noch ein paar Texte zu schreiben haben werde.

Nach einer kurzen Nacht geht es am Sonntag um 10 Uhr zurück zum Flughafen, um 13.30 Uhr ist für den BVB und mich Ankunft am Flughafen Dortmund und von dort aus geht es entweder direkt zum Jubel-Korso – oder erst einmal wieder an den Schreibtisch.

Wer das alles mitbekommen will, kann mir auf Twitter folgen oder bei meinem Brötchengeber alles nachlesen. Und wen interessiert, wie es 2014 war oder viele Bilder davon sehen will, klicke hier.