Ja, ich habe etwas zu verbergen

Einer der dümmsten Sätze, die immer wieder fallen, wenn es um die immer umfassendere Überwachung der Bürger durch Staaten und deren Geheimdienste geht, ist folgender: „Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten.“ Das ist, mit Verlaub, allergrößter Schwachsinn. Ich plane zwar derzeit keine Terroranschläge und habe auch in Zukunft nicht vor, das zu tun (auf diesem Weg schönen Gruß an alle Geheimdienste, bei denen der Computer beim Wort „Terror“ das Alarmglöckchen geläutet hat). Dennoch gibt es in meiner alltäglichen Kommunikation genügend Dinge, die niemand anderen etwas angehen – außer eben die Person, mit der ich kommuniziere. Das, liebe Geheimdienstler und wer hier noch so mitliest, nennt man Privatsphäre.

Die scheint es aber in Zeiten immer größerer Datenschnüffeleien nicht mehr zu geben. Im meinem Postfach habe ich sechs Mails gefunden, die das Wort „Bombe“ enthalten. 31 Mal kam das Wort Anschlag vor und immerhin 18 Mal das Wort Terror. 55 potenzielle Alarmsignale also für die Software, die wohl routinemäßig unser aller elektronische Kommunikation durchforstet. 55 Mal könnte also irgendwo ein Lämpchen angegangen sein, könnte eine Software oder ein Mensch entschieden haben, meine Kommunikation genauer unter die Lupe zu nehmen.  „Ja, ich habe etwas zu verbergen“ weiterlesen