Die Nationalmannschaft und ihre Stürmer

Es gibt in Deutschland offensichtlich zwei Berufe, die so einfach sind, dass sie jeder auch ohne entsprechende Ausbildung und Berufserfahrung ausüben kann: Lehrer und Bundestrainer. Zumindest könnte der Eindruck regelmäßig entstehen, wenn man Menschen über die Personen reden hört, die diese Berufe ausüben.

Aktuell ist das wieder einmal schön an der Berufung des deutschen Kaders für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 zu sehen: Kaum wird bekannt, dass Shkrodan Mustafi, Marcel Schmelzer und Kevin Volland gestrichen sind, geht ein Aufheulen durchs Land (zumindest wenn man hilfsweise das Land mit meiner Twitter-Timeline gleichsetzt). „Die Nationalmannschaft und ihre Stürmer“ weiterlesen

Roman für Deutschland

Seit mehreren Wochen trage ich mich mit dem Gedanken, einen Text zu verfassen, weshalb Roman Neustädter in die Nationalmannschaft gehört. Heute ist mir Joachim Löw zuvorgekommen. Schade für mich, schön für Roman Neustädter. Weil aber immer noch viele mit einem gepflegten „Häh?“ auf diese Entscheidung reagieren, möchte ich trotzdem nochmal aufschreiben, warum ich – und inzwischen wohl auch der Bundestrainer – sehr viel von dem Mittelfeldspieler halte.

Für mich war Roman Neustädter die wichtigste Verpflichtung des Sommers, noch vor Ibrahim Afellay und weit vor Tranquillo Barnetta. Ich war schon ziemlich begeistert, als der Transfer im Januar bekannt wurde, wie dieser Kommentar vielleicht in Ansätzen beweist. Für viele andere war Neustädter aber ein klassischer Ersatzspieler, was damit zu tun hat, dass seine Spielweise meist unauffällig ist – aber im modernen Fußball kaum zu ersetzen. „Roman für Deutschland“ weiterlesen

Und, wie fühlen Sie sich so?

Quasselte sich gelegentlich um Kopf und Kragen: Béla Réthy. Foto: Martin Lindner via CC BY-SA 3.0

Es war ein Spiel, dass reichlich Gesprächsstoff bot. Deutschland war mit einer überraschenden Aufstellung (zumindest, bis ein Maulwurf sie ausplauderte) angetreten; Klose, Reus und Schürrle spielten statt Gomez, Müller und Podolski. Die Wechsel gingen auf, die deutsche Offensive brillierte, erarbeitete sich Chance um Chance und traf viermal. Die Defensive dagegen erlaubte sich einige Konzentrationsschwächen und ließ die Griechen aus zwei Angriffen zwei Tore machen. Und Bastian Schweinsteiger präsentierte sich erschreckend weit entfernt von seiner Normalform. Über all das hätte man nach dem Spiel reden können, zum Beispiel mit Sami Khedira.

Auftritt Boris Büchler, Mikrofonhalter des ZDF am Spielfeldrand (hier in voller Länge anzusehen).

  • Frage 1: Wie intensiv schlägt ihr Fußballherz nach diesen 90 Minuten, nachdem Sie ein Tor gemacht und eine richtig gute Partie abgeliefert haben?
  • Frage 2: Inwiefern war es so ein Bisschen Fußball-Moderne gegen Fußball-Antike?
  • Frage 3: Wie ordnen Sie den Leistungsstand der deutschen Mannschaft ein nach dem ersten K.o.-Spiel, auch mit Blick auf die kommenden Aufgaben?

So langsam konnte man sich die Frage stellen, womit Boris Büchler die vorhergehenden 90 Minuten verbracht hatte. „Und, wie fühlen Sie sich so?“ weiterlesen